Peter Neumann
Peter Neumann gehört neben Eddy Hau und Hardy Weber zu den am höchsten dekorierten Mitgliedern der Alten Garde, denn 1977 wurde ihm von Bundespräsident Walter Scheel das Silberne Lorbeerblatt, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland, verliehen.
Mitte der 1960er Jahre begann der Darmstädter mit dem Geländesport auf einer Löwer, die er bei Gernot Löwer im benachbarten Odenwald privat gekauft hatte. Bald fiel er durch gute Leistungen auf und schon 1968 war er in San Pellegrino bei seiner ersten Sechstagefahrt in der 75 Kubik-Klasse am Start, die er mit einer Goldmedaille beendete. 1969 wurde ihm für die Sechstagefahrt in Garmisch-Partenkirchen eine Rond zur Verfügung gestellt, mit der er in der 50 Kubik-Klasse den dritten Platz belegte, während nicht weniger als elf Konkurrenten das Ziel nicht sahen.



Österreichische Alpenfahrt auf Löwer.
Sei Giorni 1968 in San Pellegrino (Gold).
Silber auf der Rond-Sachs in GaPa 1969.
Wegen der Zuverlässigkeit und der Erfolge wurde Zündapp 1970 auf Peter Neumann aufmerksam. 1972 wurde Peter Neumann auf Zündapp Europameister bei den Fünfzigern, den Titel verteidigte er in den folgenden Jahren noch dreimal. Ebenfalls 1972 gehörte er erstmals zum Trophy-Team der Bundesrepublik. So wie andere gute Geländefahrer fuhr Peter Neumann 1973 zum Training auch Motocross mit einer Kramer-Maico und einer serienmäßigen Zündapp, mit der er am Ende der Saison den Juniorencup vor Paul Rottler gewann.

Das Trophyteam der Bundesrepublik 1974 in Camerino. V.r.: Peter Neumann, Josef Wolfgruber, Rolf Witthöft, Heinz Brinkmann, Erwin Schmider und Reinhard Christel.
1974 zog sich das Zündapp-Team nach einem Unfall von Reinhard Christel von der Sechstagefahrt zurück. Es sollte das einzige mal sein, daß Peter Neumann bei seinen elf Sechstagefahrten das Ziel nicht sah.
Doch ein Jahr später schlug die große Stunde. Zum ersten mal nach San Pellegrino 1978 gewann die Bundesrepublik auf der Insel Man die Trophy, diesmal mit Peter Neumann im Team. Dieser Erfolg konnte im Folgejahr im österreichischen Spielberg wiederholt werden.

Die Trophy-Sieger von 1975 und 1976. Vorne rechts Peter Neumann, daneben Josef Wolfgruber und Eddy Hau, hintere Reihe von rechts Rolf Witthöft, Jürgen Grisse und Hardy Weber.
1977 war Peter Neumann nicht mehr Angehöriger des Zündapp-Teams, sondern startete zusammen mit Bernhard Brinkmann und Klaus Bernd Kreuz auf einer 175er KTM in einem gemischten Zündapp-/KTM-Team des DMV Hessen in Povaszka Bystrica und belegte einen 8. Platz/Gold. 1978 bestritt Peter Neumann auf einer 75 Kubik-KTM in Schweden seine elfte und letzte Sechstagefahrt.

Auf der 175er KTM in Povaczka Bystrica 1977.
Danach beendete Peter Neumann seine sportliche Karriere und es sollte noch viele Jahre dauern, bis er wieder regelmäßig bei Klassik-Geländefahrten zu sehen war, zuerst als Zuschauer, später auch wieder als Fahrer auf einer ehemaligen Zündapp-Werksmaschine. Den Ausschlag dazu hatte Claudio Teruzzi gegeben, der Trophyfahrer aus der ganzen Welt zur Erinnerung an Augusto Taiocchi 2018 zu einem Nationenwettbewerb nach Montecampione eingeladen hatte.

Jubiläumstreffen “25 Jahre Trophy-Sieg” in Schimmeldewog (2001). V.l.: Peter Neumann, Erich Messner, Rolf Witthöft, Hardy Weber, Erwin Schmider, Andreas Brandl. Günter Sengfelder und Jürgen Grisse.

2019: Klassik-Geländefahrt in Mühlen auf den Strecken der Six Days 1976.
Vor einigen Jahren hängte Peter Neumann dann den Helm an den berühmten Nagel. Er darf auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Vier Europameisterschaften in der 50 Kubik-Klasse, drei Deutsche Meisterschaften, zwei Trophy- Siege, neun mal Sechstage-Gold, einmal Silber und ein “dnf” wegen Rückzug des Zündapp-Teams 1974.

1966/67 wurde Peter Neumann von Hercules unterstützt und bekam eine 50er Werksmaschine, allerdings ohne Werksfahrervertrag.
© Leo Keller 2026


